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Der pädagogische Weg begann mit Jugendarbeit und Jugendkulturarbeit in Südwestfalen und mündete in ein Studium des Lehramts Sonderpädagogik, an der Universität zu Köln, mit den Förderschwerpunkten der emotionalen und sozialen Entwicklung und des Lernens. Integriert in die Studien– und die anschließende Promotionszeit waren leitende Tätigkeiten in inklusiven internationalen Sommerworkshops, unter anderem für die High/Scope Educational Research Foundation in Michigan.

Anschließend ging Dr. Bröcher ins Düsseldorfer Studienseminar und in den Nordrhein-Westfälischen Schuldienst. Er engagierte sich nahezu zwei Jahrzehnte in der schulischen Praxis, an spezialisierten Förderschulen mit den Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Lernen, als Lehrer, zwischenzeitlich fünf Jahre als Inklusionspädagoge an Grund– und Hauptschulen, später als Konrektor und Schulleiter, wiederum in spezialisierten schulischen Settings.

Parallel lehrte Dr. Bröcher an der Justus-Liebig-Universität Gießen als Vertretungsprofessor, an der Universität zu Köln als Privatdozent, an der Universität Hamburg, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Lehrbeauftragter, mit dem Schwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklungsförderung, teils auch des Lernens, in Schule und Unterricht.

Die Habilitation erfolgte berufsgleitend. Im Sinne qualitativer Forschung rekonstruierte Dr. Bröcher die Lebenswelten, Lebensthemen und Lebenskonflikte von Kindern und Jugendlichen mit einer erschwerten emotionalen und sozialen Entwicklung und einer erschwerten Lernbiographie, auf der Basis ihrer Bildgestaltungen und jugendkulturellen Orientierungen, um von hier aus eine lebensweltorientierte, bindungsorientierte, handlungsorientierte und partizipative Pädagogik und Didaktik zu entwickeln.

Ergänzende Handlungsfelder während dieser Jahre des Schuldienstes in Nordrhein-Westfalen waren, nach eigener, längerfristiger und zertifizierter Weiterbildung auf den Gebieten Führung, Coaching und sinnverstehender Fallberatung, das Durchführen von Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie die Begleitung von Schulen auf dem Gebiet der Entwicklung von Schulprogramm und Schulkultur.

2008 berief ihn Sachsen-Anhalts Kultusminister Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz auf eine Professur für kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation an die Hochschule Magdeburg-Stendal. Schwerpunkte waren hier Schulbegleitung und Schulberatung aus einer subjektzentrierten Perspektive, die Entwicklung von hochschuldidaktischen E-Learning-Formaten und interaktiven Studienmaterialien, ein lebhafter Austausch von Studierenden und Lehrenden mit den Vereinigten Staaten und Transatlantische Workshops in Kooperation mit der Lenoir-Rhyne University North Carolina, Hickory, der University of South Carolina Upstate, Spartanburg sowie dem Wheelock College Boston.

2010 ging Dr. Bröcher als International Presidential Visiting Scholar ans Wheelock College Boston, um dort den Dialog mit den amerikanischen Partnern zu vertiefen und zu forschen.

2012 berief ihn der Präsident der Europa-Universität Flensburg auf einen Lehrstuhl nach Schleswig-Holstein. Im dortigen Institut für Sonderpädagogik fungiert Dr. Bröcher als Direktor der Abteilung „Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung“. Die Module im Bachelorstudiengang „Bildungswissenschaften Profil Sonderpädagogik“ und insbesondere der Teilstudiengang „Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung“ im Rahmen des Master-Studiums Lehramt Sonderpädagogik wurden unter seiner Leitung neu entworfen, ausgearbeitet und akkreditiert: unter Berücksichtigung des internationalen Forschungswissens und in breit aufgespannter Perspektive, von empirisch/ evidenzbasiert über forschungsbasiert/qualitativ und historisch-hermeneutisch bis hin zu gesellschaftskritisch.

Derzeit arbeitet Dr. Bröcher daran, die von ihm seit den 1990er Jahren in einer Serie von Texten entworfene subjektzentrierte, bindungsorientierte, lebensweltorientierte, handlungsorientierte und partizipative Pädagogik, Didaktik und Schulkultur für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung und/oder des Lernens, sei es in inklusiven, sei es in spezialisierten schulischen Settings, durch die Einarbeitung von internationalen Handlungsmodellen und Theoriebeständen, wie z.B. Experiential Education, Place-Based Pedagogies, Critical Literacy Pedagogies, Teaching for Social Justice, Urban Education etc., weiterzuentwickeln.

In Kooperation mit der Münchner Schulstiftung Ernst v. Borries geht es dabei auch um die Frage, ob und wie sich School-Wide Positive Behavior Support (PBIS), oder einzelne Elemente aus diesem nordamerikanisch geprägten Interventionssystem, an inklusiven Schulen in Deutschland anwenden lassen. Dabei wird unter anderem untersucht, inwieweit dem andere Rollenverständnisse von hiesigen Lehrkräften, andere Schul– und Organisationskulturen, andere Bildungsideale und eine kritische Haltung der Lehrerschaft gegenüber Funktionalisierungsprozessen, wie sie vielfach mit PBIS und RTI-Modellen assoziiert werden, entgegenstehen.

Teile dieser Website wurden zuletzt aktualisiert: 16. März 2015

 

 

Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung Professor Dr. habil. Joachim Bröcher

 

 

 

 

 

 

   English Version

 

 

Europa-Universität Flensburg

Institut für Sonderpädagogik

Abteilung „Pädagogik und Didaktik zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung“

Auf dem Campus 1a, D-24943 Flensburg

joachim.broecher@uni-flensburg.de

Tel. 0461-805-2686

 

 

 

 

 

 

 

Als Leitmotiv ...

 

Das Feste, Stabile und Haltgebende (Quader) auf der einen Seite, und das Bewegliche und Veränderliche (Kugel) auf der anderen Seite, und das Zusammenspiel von beidem... symbolisiert in dieser Skulptur in Johann Wolfgang von Goethes Garten im Weimarer Ilm-Tal ...

 

 

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