Pädagogik/Didaktik bei erschwertem Lernen und herausforderndem Verhalten

Prof. Dr. habil. Joachim Bröcher

Bröcher, J.:

Trainingsraum Kritik: Bedenken zu einem fragwürdigen Modell schulischer Disziplinierung

Verlag Books on Demand, Norderstedt 2011, 2. vollständ. überarb. Aufl.

Ist er nur eine Modeerscheinung oder wird er eines Tages im großen Stil die kostengünstige Unterrichtung konditionierter und angepasster Lernobjekte ermöglichen? Die Disziplinierungsapparatur „Trainingsraum“ sorgt für Diskussionen in den Schul-Communities, spaltet Lehrerkollegien und erhitzt die Gemüter von Eltern. Die Befürworter setzen auf die Durchsetzung von Regeln und Verhaltensanpassung. Doch was wäre, wenn seitens der Schule Erziehungspartnerschaften mit Eltern aufgebaut und den Lernenden mehr Partizipationsmöglichkeiten bei der Gestaltung von Unterricht und Schulleben eingeräumt würden? Was wäre, wenn eine persönlichkeitsfördernde Bindungspädagogik praktiziert würde? Was wäre, wenn die gesellschaftlichen Erfahrungen der Lernenden stärker einbezogen würden? Was wäre, wenn Lehrkräfte mehr mit ihren Schülerinnen und Schülern über die eigentlichen Lebensfragen philosophieren würden, statt „Passierscheine“ mit ihren eher symptomatischen Verhaltensweisen zu füllen? Für all das werden sich Schulen mehr und mehr als lernende Organisationen betrachten müssen.

 

Trilogie zur Pädagogik und Didaktik bei herausforderndem Verhalten

Bröcher, J. :

Schule, Unterricht und Sozialpädagogik bei herausforderndem Verhalten: Nationale und internationale Ansätze zur pädagogischen Beziehungsgestaltung, zum Aufbau von Lernmotivation und zur Verhaltensstabilisierung, Teil I-III

Verlag Books on Demand, Norderstedt 2011, 2. vollständ. überarb. Aufl.

Covergestaltung: Philipp Bröcher

 

Teil I - Stendaler Studienmaterialien, Band 3

Im ersten Teil „Verhalten, Schule, Gesellschaft, Wissenschaft“ wird die oftmals als „Intensivstation“ empfundene Situation in deutschen Klassenzimmern analysiert. Sodann folgt ein vergleichender Blick in die öffentlichen Großstadtschulen der USA. Der zweite Teil beleuchtet Facetten einer „lebensweltorientierten Pädagogik und Didaktik“: Subjektive Erfahrungswelten als Ausgangspunkt, Elemente der Biographieforschung, prägende biographische Prozesse, Aspekte einer sonderpädagogischen Coping-Theorie, kognitionstheoretische Grundlagen, soziokultureller Hintergrund, Jugendkultur und Alltagsästhetik, sodann: Lebensräume, Übergänge und Spannungsfelder. Im dritten Teil geht es um Aspekte hilfreicher pädagogischer Beziehungen und förderliche Kommunikation. Der vierte Teil „Verhalten steuern und stabilisieren“ enthält eine kritische Auseinandersetzung mit dem „Trainingsraum-Programm“. Der fünfte Teil „Sozialpädagogische Intervention“ dreht sich um Fallverstehen, Hilfeplanung und das Umsetzen der Hilfe. Im sechsten Teil „Kollektives Lernen“ geht es um die kollegiale Fallberatung. Beigefügt wurden einige Dutzend Fallbeispiele aus der pädagogischen Praxis, für die Arbeit im Seminar.

 

Teil II - Stendaler Studienmaterialien, Band 5

Im ersten Teil „Verhalten, Schule, Gesellschaft, Wissenschaft“ geht es um den emanzipatorisch-kritischen Auftrag der Erziehungs- und Bildungswissenschaften, in den USA diskutiert unter dem Schlagwort „Teaching for Social Justice“. Es wird zugleich ein Zwischenfall in einem Zug, während einer Klassenfahrt, dokumentiert und im Hinblick auf seine tiefere gesellschaftliche Bedeutung befragt. Der zweite Teil beleuchtet Facetten einer „lebensweltorientierten Pädagogik und Didaktik“: Lernen im fächerübergreifenden Handlungsrahmen, die Bedeutung handelnden Lernens, die Balance zwischen Schüler- und Sachorientierung, die biographisch orientierte Einzelförderung, die Bearbeitung erster berufsbezogener Erfahrungen und der Aufbau einer Lese-Schreib-Kultur. Im dritten Teil „Kommunikation, Beratung, pädagogische Beziehung“ werden Bindungstheorie und die „Pädagogik der Achtung“ anwendungsbezogen ausgewertet und diskutiert. Der vierte Teil „Verhalten steuern und stabilisieren“ dreht sich um die konträren Sichtweisen und Handlungsansätze bezogen auf das Thema ADS/ADHS. Der fünfte Teil „Sozialpädagogische Intervention“ nimmt das Thema Schulverweigerung und diesbezügliche Erklärungs- und Handlungsmodelle in den Blick. Im sechsten Teil „Kollektives Lernen“ geht es um schulisches Organisationslernen mithilfe der „Learning History“.

 

Teil III - Stendaler Studienmaterialien, Band 9

Gegenstände des ersten Teils „Verhalten, Schule, Gesellschaft, Wissenschaft“ sind das Verhältnis von Theorie und Praxis, die Rolle der Sprache, wissenschaftstheoretische Paradigmen, das fragmentierte Subjekt und die Fiktionalisierung von Wirklichkeit. Der zweite Teil thematisiert Facetten einer „lebensweltorientierten Pädagogik und Didaktik“: Lernen aus konstruktivistischer Sicht, Selbststeuerung durch Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion, die Frage nach der Offenheit und dem adaptiven Charakter des Unterrichts sowie das Möglichkeitsfeld der Didaktik. Der Band enthält ferner Tagebuchaufzeichnungen aus einer großstädtischen Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung sowie die Dokumentation von Diskussionen zur lebensweltorientierten Pädagogik und Didaktik mit Studierenden. Im dritten Teil „Kommunikation, Beratung, pädagogische Beziehung“ geht es um die anwendungsbezogene Auswertung und Diskussion der „Kölner Beziehungsethik“ sowie um Modelle, Prinzipien und Techniken des Coachings. Der vierte Teil „Verhalten steuern und stabilisieren“ gibt Einblicke in das britische Behavior Management. Der fünfte Teil „Sozialpädagogische Intervention“ beschäftigt sich mit der US-amerikanischen „Positive Peer Culture“. Im sechsten Teil „Kollektives Lernen“ geht es um internationale Ansätze, die auf die Verknüpfung von Schulleben und umgebender Community abzielen.

 

Frühere Arbeiten …